Letzte Aktualisierung

21.10.2007

Tag 6
   
Kurztrip

 

"Takashi..."

23.08.2004

8:30 Uhr:
Ich (Tamara) stehe auf, um nachzuschauen, ob Silvia über mir noch schläft. Sie ist noch eindeutig im Reich der Träume, was sie später aber vehement bestreiten wird.
Ich lege mich also auch wieder hin und gönne ihr noch eine Viertelstunde Schlaf, aber dann muss sie aufstehen, da wir heute schließlich ein Date haben. *freu* In den letzten Tagen habe ich mich über Internet mit Takashi, meinem Mailfreund hier aus Tokio, für heute morgen verabredet. Er hat noch nie Europärinnen, geschweige denn Deutsche kennen gelernt und ist auch sehr neugierig, wie die Menschen von der anderen Seite der Welt so sind.

9:00 Uhr:
Wir sind beide aufgestanden und angezogen. Natürlich waschen wir uns brav (heute Mal nicht hinter den Ohren) und
gehen runter zum Frühstück.
Hier erzählen wir Tomoko von unseren Plänen für den heutigen Tag. Sie findet das auch interessant und empfiehlt uns, Asakusa und Ueno anzuschauen, da auch dies Plätze sind, die man gesehen haben muss, wenn man schonmal zufällig in Japan ist.

10:00 Uhr:
Tomoko fährt uns zum Bahnhof, damit wir auch rechtzeitig um 11 in Shinjuku ankommen und Takashi nicht warten lassen.

11:00 Uhr:
Pünktlich wie eine japanische U-Bahn sind wir am Südausgang des Bahnhofs und warten.
„Ob Takashi uns auch findet?“ --- „Bestimmt, schließlich hat er ein Foto von uns und wir sind hier nicht gerade unauffällig.“ ("unter uns" laufen die anderen Japaner eilig an uns vorüber... wir sind ca einen Kopf größer als der Durchschnitt)
Wenig später ist er auch schon da und stellt sich vor. Er fragt, was wir uns anschauen möchten und wir schlagen ihm die empfohlenen Orte vor.
Da er noch nie in Asakusa war, weiß er nicht genau wie man dorthin kommt. Aber wir sind gut ausgerüstet und ersparen ihm ein Telefongespräch (mit wem auch immer), indem wir ihm auf dem UBahnplan den Weg zeigen.
Sichtlich beeindruckt führt er uns kompetent zum Ticketschalter *grinz*
Ich weiß nicht genau, ob man als Japaner in U-Bahnen nicht redet oder ob es an seiner Schüchternheit liegt, aber es fällt ihm sehr schwer, sich zu unterhalten. So schaffen auch wir es kaum, ein Gespräch in Gang zu halten und weigern uns nach 10 Minuten das zu tun, was alle Japaner in einer solchen Situation machen würden... schlafen... zwar ist der Drang die Augen zu schließen immer öfter da, je länger man hier ist, aber noch wirkt das "Schlafgas" der U-Bahnen nicht auf uns und wir beschränken uns darauf die 80% schlafenden Japaner und die anderen 20% mit dem Handy spielenden Japaner zu beobachten.

12:00 Uhr:
In Asakusa angekommen, machen wir uns als erstes auf den Weg zur Touristeninformation, wo wir mit allen möglichen Plänen und Karten ausgestattet werden. Unser Englisch ist so gut (für japanische Verhältnisse), dass wir für Amerikaner gehalten werden.
Gut ausgestattet, machen wir uns auf den Weg zum Sensoji-Tempel. Der Weg dorthin führt uns durch ein Touristenparadies:
Überall sind Stände mit Souvenirs. Wir nehmen uns jetzt schon vor, noch einmal hierher zu kommen.



...der Ticketkontrollautomat...


In Asakusa vor dem Tor zum Sensoji-Tempel


Tamara und ihr Mailfriend Takashi


die Passage zum Tempel... das Touristenparadies

12:30 Uhr:
Am Tempel räuchern wir uns nach japanischem Vorbild ein und im Gebäude drin kaufen wir uns ein Horoskop, wobei wir beide noch ziemlich gut wegkommen (Silvia: Regular Fortune, Tamara: Good Fortune): Takashi erwischt leider ein Bad Fortune, dafür freut er sich umso mehr für uns.

13:00 Uhr:
Nun führt uns der immer lebhafter werdende Takashi nach Ueno, wo er sich auskennt. Ein Besuch, des Science Museum können wir ihm gerade noch ausreden, weil es dafür zu spät ist und wir es uns lieber für einen Regentag aufheben wollen. So spazieren wir also durch den Ueno Park und entschließen uns, etwas essen zu gehen.

13:30 Uhr:
Wir finden ein kleines japanisches Lokal, wo wir ohne Kanjikundigen wohl kaum das Essen bekommen hätten, was wir uns ausgesucht haben. Es gibt zwar Plastiknachbildungen der Speisen im Schaufenster, aber drinnen muss man sich ein Ticket an einem Automaten ziehen, mit dem man dann das Essen an der Theke bestellt. Nun ja... auf den tasten stehen zwar die Namen der Gerichte drauf, aber halt wirklich nur in Kanji und diesmal leider ohne Bild.

14:00 Uhr:
Wir laufen nun gesättigt über einen Markt in Ueno und machen uns dann schon wieder auf den Weg nach Shibuya, wo wir uns von Takashi verabschieden.


ein letztes Foto als Erinnerung an das "international Meeting"

14:30 Uhr:
Wieder japanerlos schauen wir uns noch etwas die Gegend in Shibuya an und finden auch hier, wie in Yokohama, einen Starbucks, wo wir uns noch eine Tasse als Souvenir kaufen.

17:00 Uhr:
Wir machen uns so langsam auf den Heimweg, um der Rush Hour zu entgehen, in der die Pusher (Bahnbedienstete) dafür sorgen, dass der Platz in den U-Bahnen auch wirklich ausgenutzt wird. Dies tun sie, in dem sie, wenn die Bahn voll erscheint, immer mehr Leute vom Bahnsteig in die Bahn stopfen (Pushen halt).

18:00 Uhr:
Zu Hause planen wir nun mit Manfred unseren nächsten Tag, da wir ab morgen unseren Railpass benutzen dürfen, mit dem wir ohne weitere Kosten (schliesslich war der Pass schon teuer genug) mit dem japanischen ICE, dem Shinkansen, durch ganz Japan fahren dürfen. Es wird als erstes nach Nikko gehen, dem Ort aus dem die drei berühmten Affen kommen (dazu morgen mehr)

20:30 Uhr:
Nach dem Abendessen endet der Abend mit einigen Stunden Tagebuchschreiben, Rucksackvorbereiten und Vorfreude auf den nächsten Tag. *schnarch*


der Senjio Tempel


die moderne Geisha-Generation


so erhält man das Glück der Japaner


die Ruhe des Ueno-Park...


...im krassen Gegensatz zum Fußgängerchaos in Shibuya

Ägypten